Großes Orchester

Großes Orchester des Musikverein Braunshausen

“Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten.”

Friedrich Schiller

 Open Air Konzert 12.07.14 099-2

Getreu nach diesem Motto trafen sich am 01.12.1924 sieben musikbegeisterte junge Männer im Gasthaus Wagner um einen Musikverein ins Leben zu rufen. Denn in einer Zeit, die nicht nur durch eine schlechte wirtschaftliche Lage, sondern auch durch politische Wirren geprägt war, stellte ihr Vorhaben ein Risiko dar – nicht nur finanziell. So mussten sie zum Beispiel für die Anschaffung von Instrumenten ein Darlehn aufnehmen, das sie durch Auftritte tilgten. Das Kommando über diese Truppe hatte dabei Peter Glässner aus Kastel, mit dem zusammen ausgerechnet zur Fastnacht 1925 die erste öffentliche Veranstaltung in Angriff genommen wurde. Was sich vielleicht nach einer Schnapsidee anhört, brachte den Musikfreunden aber erste Erfolge und bereits nach zwei Jahren gemeinsamen Musizierens zählte der Verein bereits 18 aktive Musiker.

Die folgenden zehn Jahre bilden in unserer Chronik eine Lücke, da keine Dokumente oder Aufzeichnungen über den Verein und dessen Tätigkeiten vorhanden sind. Es existiert lediglich ein Protokoll einer Generalversammlung vom 01.01.1937, bei der Heinrich Scholl zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde.

Die darauf anschließende Zeit und der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachten das Vereinsleben völlig zum erliegen. Denn viele der Vereinskameraden zogen in den Krieg, von dem sie jedoch meist nicht mehr nach Hause zurückkehrten. Nach Kriegsende und dem allgemeinen Neuanfang erfolgte am 28.11.1948 auch die Neugründung des Kulturvereins Braunshausen. Dieser bestand neben der Sparte Musik, aus der sich der heutige Musikverein entwickelte, aus den Sparten Gesang und Theater. Grundlage der Neugründung war dabei die ursprüngliche Satzung aus dem Jahr 1924, die größtenteils identisch übernommen wurde.

In diesen Nachkriegsjahren machte sich vor allem Peter Weiler um den Verein verdient. Er übernahm den Vorsitz bis 1950 und war von 1953 bis 1970 Dirigent, der es verstand, die Jugend für die Musik zu begeistern, so dass der Verein schnell wieder eine gute Besetzung erreichte und im kulturellen Leben von Braunshausen unerlässlich wurde.

Ein wichtiger Schritt in der Veineinsgeschichte war der Beitritt des Musikvereins in den Bund Saarländischer Musikvereine (BSM) im Jahre 1957. Dies ermöglichte bereits ein Jahr später die Teilnahme an den Wertungsspielen in Oberthal, bei denen der Verein auf Anhieb die Note “gut” erreichte.

Im darauffolgenden Jahrzehnte wurde eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung des Vereins sichtbar. Denn besonders durch die intensive Jugendarbeit stieg 1967 die Mitgliederzahl erstmals über 100. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. So musste am 22.01.1968 die Generalversammlung abgebrochen werden, weil kein neuer Vorstand gefunden werden konnte. Die Krise konnte jedoch durch Ludwig Barth abgewendet werden, der sich bereit erklärte den Vorsitz des Vereins zu übernehmen.

Zwei Jahre später musste der langjährige Dirigent Peter Weiler nach 17 Jahren sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Den Dirigentenstab übernahm Martin Scholl, der dieses Amt mit Unterbrechungen wiederum 17 Jahre bis 1987 ausübte. Dessen Nachfolger wiederum wurde am 21.12.1987 der erst zwanzigjährige Stefan Barth. Durch seine junge und dynamische Art erlebte der Musikverein einen enormen musikalischen und personellen Aufschwung. So fand bereits 1989 das erste eigenständige Konzert in der Hunnenringhalle Otzenhausen statt, das sich in der Folgezeit zu einer jährlichen Tradition entwickelte.

Nach 20-jähriger Tätigkeit, gab Ludwig Barth 1998 sein Amt als Vorsitzender an seinen Sohn Franz-Josef Barth ab, der mit Unterbrechung bis heue erster Vorsitzender ist. Seit der Gründung im November 2000 übernimmt er zudem das Amt des ersten Vorsitzenden des Fördervereins MV Braunshausen, der zur Unterstützung des Musikvereins ins Leben gerufen wurde.

Die musikalische Entwicklung des Vereins schreitet seit dieser Zeit kontinuierlich voran. So veranstaltet der Verein 1998 erstmals ein Weihnachtskonzert im Hochwalddom Nonnweiler und nimmt mit dem Große Orchester 2001 erstmals in der Höchststufe bei den Wertungsspielen des BSM teil. Weitere Höhepunkte aus den letzten Jahren sind unter anderem:

  • Uraufführung der Auftragskomposition unter Leitung von Jan van der Roost anlässlich des 75-jährigen Bestehens 1999
  • Teilnahme am 5. CISM-Wettbewerb in Schladming 2000
  • Open-Air-Konzert mit Feuerwerk anlässlich des 80-jährigen Bestehens 2004
  • Galakonzert 2008 des Musikhauses Arthur Knopp in der Congresshalle Saarbrücken
  • Jubiläumskonzert anlässlich des 85-jährigen Bestehens unter der Leitung des Komponisten Bert Appermont und Stefan Barth 2009
  • Gemeinschaftkonzert mit der Bergkapelle der RAG Saar im Rahmen der Musikfestspiele Saar 2009
  • Benefizkonzert Georgienhilfe 2012
  • Neujahrskonzert anlässlich des 90-jährigen Bestehens 2014
  • Open-Air-Konzert in der neuen Keltenarena anlässlich des Internationalen Keltenfestes Celtoi und der Eröffnung des Keltenparks in Nonnweiler-Otzenhausen